Zahnarztangst verstehen: Wie Angst entsteht – und weshalb es gut ist, seine „persönlichen Ängste“ näher anzusehen
Warum habe ich nur solche Angst vor dem Zahnarzt?
Diese Frage stellen sich viele Menschen, und deshalb das Wichtigste gleich zuerst: Für Ihre Angst gibt es konkrete Gründe bzw. einen Auslöser, und es hilft, sich „diese Angst“ näher anzusehen.
Zahnarztangst kann Angst vor Schmerzen sein. Es gibt Patientinnen und Patienten, die bereits schmerzhafte Behandlungen erlebt haben, und sich an diese – wie auf Abruf – noch sehr intensiv erinnern, bzw. den Schmerz allein beim Gedanken an das Erlebnis erneut spüren.
Bei vielen Betroffenen ist es die Angst vor dem Kontrollverlust. Die zurückgelehnte Position auf dem Behandlungsstuhl kann das Gefühl erzeugen, dem Zahnarzt „ausgeliefert zu sein“ und nicht mehr selbst aktiv das Geschehen kontrollieren zu können.
Es gibt viele Menschen, bei denen das Geräusch des Bohrers oder nur der Gedanke an eine Betäubung Stress auslösen. Hier steht die Angst vor den fremden Geräten, Geräuschen und Gerüchen im Fokus der Angst.
Manchmal sind es auch negative Erlebnisse von Freunden, innerhalb der Familie oder auf Social Media, die eigene Ängste entstehen lassen oder diese eventuell verstärken.
Haben Patientinnen und Patienten den Zahnarztbesuch lange Jahre vermieden, kommt häufig erschwerend die Sorge hinzu, bewertet oder kritisiert zu werden. Das wiederum führt dazu, dass der erste Schritt zur Terminvereinbarung noch schwieriger wird. Viele Betroffene verschieben ihre Termine immer wieder. Dadurch werden die Probleme größer – und die Angst nimmt weiter zu.
Ist Zahnarztangst „normal“?
Angst ist eine ganz natürliche Schutzreaktion des Körpers, und damit etwas völlig Normales und (so seltsam dieses auch klingen mag) etwas Positives. Angstsymptome warnen Sie vor Gefahren, erhöhen Ihre Leistungsfähigkeit, und versetzen Ihren Körper in eine bessere Kondition – gedacht zur Flucht oder zur Verteidigung.
Angst wird erst dann zum Problem, wenn eigentlich keine Gefahren bestehen, sich jedoch die Symptome verselbstständigen und Ihnen Angst signalisieren. Zum Beispiel: Wenn Sie negative Angst beim Zahnarzt spüren, der Ihnen mit etwas Positivem (der Behandlung) doch eigentlich nur helfen und etwas Gutes tun möchte.
Haben denn viele Menschen Zahnarztangst?
Viel mehr als Sie denken! Doch viele Menschen sprechen nicht offen darüber. Deshalb haben Angstpatientinnen und Angstpatienten häufig das Gefühl, allein mit ihrer Angst zu sein. Glauben Sie uns, das sind Sie nicht!
Kann man Zahnarztangst überwinden?
Ängste verschwinden nicht von heute auf morgen. Aber wir können Ihre Angst durch positive Erfahrungen Schritt für Schritt kleiner werden lassen!
Was vielen Menschen hilft, ist, dass unser Zahnarztteam auf alle Aspekte Rücksicht nimmt, die Ihnen so viel Angst bereiten, und genau deshalb ist es wichtig, dass Sie uns sagen können, vor was speziell Sie so große Angst haben.
Sind es Schmerzen? Dann erklären wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten, um Schmerzen zu unterbinden, und suchen zusammen mit Ihnen nach der besten Option der Schmerzunterbindung. Haben Sie Angst vor dem Kontrollverlust? Dann vereinbaren wir ein Zeichen, bei dem wir unsere Behandlung sofort unterbrechen! Haben Sie Angst vor den fremden Geräten, so erklären und zeigen wir Ihnen die Geräte, um Sie hiermit vertraut zu machen.
In unserer Praxis in Wettstetten Ingolstadt erhalten Angstpatientinnen und Angstpatienten das Verständnis als auch die Ruhe und Zeit, um neues Vertrauen in eine Behandlung aufzubauen. Wichtig ist für uns lediglich, dass wir von Beginn an (bitte noch während der Terminvereinbarung) über Ihre Angst informiert werden, so dass wir für Sie viel Zeit und für den Erstbesuch ein reines Kennenlernen einplanen können. Schritt für Schritt werden wir Ihnen helfen, und Sie werden sehen, es wird mit der Zeit immer leichter werden. Zahnarztangst ist in der Bevölkerung weit verbreitet, aber ihr ausgeliefert sind Sie nicht!